Krankheiten

Zecken­übertra­gene Krank­heiten

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), ist die häufigste und bekannteste Zecke in der Schweiz und in Mitteleuropa.  Sie kann sich vom Blut zahlreicher Wirbeltiere ernähren, darunter auch von dem des Menschen.

Die Zecke ist eine Überträgerin des Erregers Borrelia burgdorferi (Borreliose) und des FSME-Virus. Neuere Studien haben gezeigt, dass Zecken auch weitere Erreger wie Rickettsien, Anaplasmen und Francisella tularensis (Tularämie, auch «Hasenpest» genannt) auf den Menschen übertragen können.

Von Zecken übertragen

Infektions­­krank­heiten im Detail

Lyme-Borre­liose

Die Lyme-Borreliose wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht und stellt die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit dar.

In der Schweiz sind je nach Region bis zu 55% der Zecken mit Borrelia burgdorferi infiziert und führen zu ca. 6’000 – 11’000 Krankheitsfällen pro Jahr.

Für den Nachweis einer Infektion mit Borrelia burgdorferi braucht es meist nur eine Blutuntersuchung. Eine zuverlässige Aussage über eine mögliche Infektion, lässt sich frühestens 3 Wochen nach einem Zeckenstich (Zeckenbiss) machen.

Eine frühzeitige Antibiotika-Therapie ist entscheidend. Es gibt keine Schutzimpfung.

Unbehandelt verläuft die Lyme-Borreliose in drei Stadien:

Stadium I
Bei ca. einem Drittel tritt an der Einstichstelle die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) auf.

Stadium II
Es folgt die Ausbreitung der Infektion mit Befall der Gelenke und des Gehirns.

Stadium III
Nach Monaten bis Jahre kommt es zum chronischen Verlauf mit irreversiblen Schäden.

Risikogebiete Borreliose

Quelle: BAG 2019

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

FSME steht für Früh­sommer-Mening­oenze­phalitis (Entzündung des Gehirns und der Hirnhaut) und ist eine virale, durch Zecken übertragene Infektionskrankheit.

Ca. 1% der Zecken in der Schweiz ist mit dem FSME-Virus infiziert.

Für den Nachweis einer aktuellen FSME-Infektion und zur Impfschutzkontrolle braucht es nur eine Blutuntersuchung. Bereits 10-14 Tage nach Zeckenstich kann eine allfällige Infektion detektiert werden.

Da es sich um eine virale Infektionskrankheit handelt, ist eine Antibiotika-Therapie nutzlos. Es gibt jedoch präventiv die FSME-Impfung. (Diese wird für alle Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren, die sich in Risikogebieten aufhalten, empfohlen).

Die FSME verläuft in zwei Stadien

Stadium I
Nach einem Zeckenstich treten nach ca. 10 Tagen grippeartige Beschwerden wie Fieber, Glieder-, Kopf- und Bauchmerzen auf. Diese klingen meist nach einigen Tagen wieder ab.

Stadium II
Bei 30% der Infizierten folgt nach vorübergehender Besserung ein erneuter Fieberanstieg als Beginn der zweiten Krankheitsphase. Diese kann zu schweren Entzündungen des Gehirns und Nervensystems führen.

Risikogebiete FSME

Quelle: BAG 2019

Tularämie

Tularämie, auch Hasenpest genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Francisella tularensis verursacht wird.

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch Zeckenstiche, durch direkten Kontakt mit kontaminierter Umgebung oder erkrankten Tieren (z. B. beim Jagen, Enthäuten oder Schlachten). Zusätzlich ist die Übertragung beim Verzehr von deren ungenügend erhitztem Fleisch sowie durch Einnahme beziehungsweise Einatmen von verseuchtem Wasser und Staub möglich.

Der Nachweis spezifischer Antikörper im Serum ist ab der 2. Woche nach Infektion möglich. Ebenso stehen molekularbiologische Methoden für den Erregernachweis aus Blut, Lymphknoten, Eiter oder Ulkus-Abstrich zur Verfügung.

Ein Impfstoff gegen Tularämie ist in der Schweiz nicht verfügbar. Eine Tularämie ist mit Antibiotika therapierbar.

Die klinischen Symptome präsentieren sich nach einer Inkubationszeit von drei bis 21 Tagen. Eine Tularämie äussert sich durch Symptome wie Fieber, fortschreitende Entzündung der Eintrittsstelle sowie Lymphknotenschwellungen und kann unbehandelt einen tödlichen Verlauf nehmen.

Anaplasmose

Anaplasma phagocytophilum ist der verursachende Erreger der bakteriellen Infektionskrankheit Humane Granulozytäre Anaplasmose (HGA).

Ca. 2-3% der Zecken sind in der Schweiz mit Anaplasmen infiziert.

Labordiagnostik: zwei bis drei Wochen nach einem Zeckenstich können die spezifischen IgM- und IgG-Antikörper aus einer Blutprobe nachgewiesen werden.

Eine Anaplasmose ist mit Antibiotika therapierbar. Ein Impfstoff gegen Anaplasma ist nicht verfügbar.

Die klinischen Symptome präsentieren sich nach einer Inkubationszeit von 5 bis 30 Tagen, üblicherweise mit hohem Fieber und grippeähnlicher Symptomatik mit Kopf-, Glieder-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Diese Infektion kann aber von subklinischen Symptomen bis zu potenziell lebensbedrohlichem Multiorganversagen reichen.

Rickettsiose

Rickettsien sind Bakterien und beinhalten zwei wichtige Gruppen: Zeckenbissfiebergruppe und die Fleckfiebergruppe.

Ca. 10 bis 30% der einheimischen Zecken sind mit Rickettsien der Zeckenbissfiebergruppe infiziert.

Die Labordiagnostik basiert auf einer Blutuntersuchung. Die spezifischen Antikörper können 3-4 Wochen nach Zeckenstich nachgewiesen werden.

Ein Impfstoff gegen Rickettsien ist nicht verfügbar. Eine klinisch manifeste Rickettsiose ist mit Antibiotika therapierbar.

Obwohl die Ixodes Zecken, gemäss diversen Studien, Träger von Rickettsien sind, liegen derzeit in der Schweiz nur wenige Daten bezüglich der Prävalenz und Klinik nach der Übertragung von Rickettsien auf den Menschen vor. Bisher wurden Symptome wie Fieber, Myalgien bis zur Endokarditis und Meningitis beschrieben.

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